Popolitik


Popolitik

Popolitik ist mehr! Über das Selbstverständnis der Türkis Rosa Lila Villa.

Die Türkis Rosa Lila Villa ist ein politisches Bestärkungsprojekt von und für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Inter und Trans*gender, das in ihrer Art einmalig ist. Als es 1982 als Hausprojekt startete, war den damaligen Bewohner*innen klar, dass es nicht nur um Wohnraum, sondern auch um radikale, emanzipatorische Politik ging. Seit her sind viele der diskriminierenden Paragraphen (wie etwa das Vereins- und Werbeverbot) Geschichte. Lesben und Schwule scheinen im Mainstream urbaner Lebensrealitäten und auch im Bewusstsein einer heteronormativen Gesellschaft angekommen zu sein. Gleichzeitig bleiben viele Existenz- und Lebensweisen unsichtbar und strukturelle Fragen von Homo- und Transphobie und Heterosexismus ungelöst.
Wir, die Aktivist*innen und Bewohner*innen, stellen uns gegen assimilatorische Tendenzen der LGBTIQ-Community und versuchen, alternative Lebensentwürfe und politische, emanzipatorische Strategien in Praxis zu übersetzen. Fragen der Allianzen zwischen unterschiedlichen minorisierten Gruppen und die Bekämpfung verschiedenster Formen von Diskriminierung sind ein wichtiger Bestandteil der politischen Arbeit. Daher wissen wir um die Notwendigkeit, Räume gegen den homo- und transphoben, (hetero-)sexistischen, antisemitischen und rassistischen Alltag zu etablieren und zu erhalten. Es ist uns jedoch bewusst, dass auch die Villa kein herrschaftsfreier Raum ist. Ein großes Problem ist z.B. immer noch, dass die Türkis Rosa Lila Villa nicht barrierefrei ist.