Schatzi, wir lassen uns nicht einschüchtern!


DSCN4464Pünktlich zum 1. Jahres”jubiläum” hat also wieder jemand unsere Hauswand mit Fascho-Parolen beschmiert. Wir haben immer noch die gleiche Antwort: Wir lassen uns nicht einschüchtern und wir verschweigen nicht die Gewalt, die aus ihren Löchern kriecht. Alerta Antifascista! 

Zur Erinnerung unser Facebook-Post vom letzten Jahr…

:::Werdet zu Unterstützer_innen des autonomen LGBTIQ-Flüchtlingsprojektes der Rosa-Lila Villa!:::

UbiPedera2015

Graffito Sept 2015

In den frühen Morgenstunden des 27. September 2014 wurde die Rosa Lila Villa, das Lesben-, Schwulen- und Trans*haus in Wien, weit sichtbar mit einer Morddrohung beschmiert. Dabei wurde auf deutsch wie auf bosnisch-kroatisch-montenegrinisch-serbisch „Töte Schwule“ in roter Farbe an die Hausfassade gesprayt. Verbindungen zur heute stattgefundenen Belgrade Pride werden vermutet, diese konnte heute erstmals seit Jahren mit massivem Polizeieinsatz durchgeführt werden.

Bei der heutigen Soli-Kundgebung mit Belgrade Pride ging es darum daraufhin zu weisen, dass Gewalt und Aufruf zum Mord nicht geduldet wird. So lautet der Tenor „Schatzi, wir lassen uns nicht einschüchtern!“ Trotzdem ist es bedenklich, dass in einer Stadt wie Wien, es wieder möglich ist, mit Schmierereien an Hauswänden die darin wohnenden, arbeitenden und aktivistischen Menschen zu bedrohen und anzugreifen. Auch in diesem Sinne und im Hinblick auf die postnazistische Geschichte Österreichs: „Wehret den Anfängen!“.

Nationalistische, rechte Hass-Sprache ist leider ein Problem der Mitte der Gesellschaft. Wir, als Rosa Lila Villa sehen es auch als unsere Aufgabe gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Faschismus – neben Homo- und Transphobie – aufzutreten und dabei auch selbstkritisch zu sein.

Schatziubipedera

 

 

 

 

 

 

Schatzi, her mit der Marie!

In den letzten Stunden haben wir viel Unterstützung und Zuspruch erfahren und manche wollten Geld für die Übermalung der Fassade spenden. Wir wollen aber nicht einfach nur an der Oberfläche des Problems kratzen, sondern bitten euch mit einer Spende Wohnraum für LGBTIQ-Flüchtlinge zu unterstützen.

Denn trotz Aufrufen zu homophober Gewalt und tatsächliche gewaltsamen Übergriffe auf lesbische, schwule, trans* und intersex Menschen, ist Österreich ein vergleichsweise sicheres Land für LGBTIQ-Personen. Viele müssen aus ihrer Heimat fliehen und kommen nach Österreich in ein Land, das ihnen als Flüchtlinge schon von vorne herein feindlich begegnet. In Flüchtlingsunterkünften oder Privatunterkünften sind sie oft wiederum diskriminierenden (und in Privatunterkünften auch oft ausbeuterischen) Bedingungen ausgesetzt – Bedingungen, die durch Hassbotschaften wie die auf der Villa verschärft und gefährlicher werden!

Die Rosa Lila Villa hat deshalb in Eigeninitiative ein autonomes Wohnprojekt zur Unterbringung von LGBTIQ-Aylsuchenden/Flüchtlingen gestartet. Zu diesem Zweck wurde eine Wohnung angemietet.

Für dieses Projekt ist es sehr wichtig, engagierte Unterstützer_innen zu finden, die uns bei den regelmäßigen Mietkosten helfen. Es handelt sich dabei pro Monat um insgesamt 300-350 Euro Gesamtkosten (da die Villa und die BewohnerInnen der WG nur bedingt die Miete und Strom/Gaskosten aufbringen können).

Dem LGBTIQ-Flüchtlingswohnprojekt ist am besten mit einem Dauerauftrag (von 3, 5, 10 oder gar 20 Euro pro Monat) geholfen, der aktiv zum Erhalt der Wohngemeinschaft beiträgt!

Konto lautend auf : Rosa-Lila Wohnverein
IBAN: AT12 1400 0030 1095 6675
BIC: BAWAATWW

Vielen Dank!

—> Honey, we will not be intimidated! <—

Become supporters of the autonomous LGBTIQ-Refugee Apartment of the Rosa Lila Villa!

In the morning hours of September 27, 2014, a death threat was smeared on to the Rosa Lila Villa, Vienna’s lesbian, gay and trans*house. “Kill gays,” in German and Bosnian-Croatian-Montenegrin-Serbian, was sprayed in red paint on the house front. It is likely that there is a collection between the graffiti and the Belgrade Pride, which took place for the first time in years last weekend, with massive police presence.

During the rally for solidarity with the Belgrade Pride, the focus was on pointing out that violence and death threats will not be tolerated. Nonetheless, it is alarming that it is yet again possible in a city like Vienna to threaten and attack people living, working and participating in activism with hateful graffiti on the walls of their houses. With this in mind and in view of the Post-Nazi history of Austria: “Nip it in the bud!”

Nationalist, right-wing hate speech is unfortunately a problem in mainstream society. We, as the Rosa Lila Villa, see it as our responsibility, to oppose and combat racism, anti-Semitism, sexism, fascism – in addition to homo- and transphobia – and remain self-critical in the process.

Honey, let’s see the money!

In the past hours we have received a lot of support and encouragement and some people have wanted to donate money to pay for paint. But we don’t want to just scratch at the surface of the problem, but would instead ask you to donate to a living space for LGBTIQ refugees.

Because despite calls to homophobic violence and actual violent attacks on lesbian, gay, trans* and intersex people, Austria is a relatively safe country for LGBTIQ people. Others flee their home countries and come to Austria, a country that is already hostile toward them as refugees. In refugee housing or private lodging, they are often subject to discriminatory (and in private lodging also exploitative) conditions, conditions that become harsher and more dangerous through hate threats such as those on the Villa.

For this reason, the Rosa Lila Villa started an autonomous living project for LGBTIQ asylum seekers/refugees and an apartment was rented.

It is very important to find dedicated supporters for this project who can support us with the monthly rental charges. The monthly charges are between 300-350 Euros (since the Villa and its residents can only pay for a small part of the rent and utilities).

The best way to help the LGBTIQ Refugee Living Project is to make an automatic payment (3, 5, 10 or even 20 Euros per month), which actively helps to keep the flat going!

Account holder : Rosa-Lila Wohnverein

IBAN: AT12 1400 0030 1095 6675
BIC: BAWAATWW

Many Thanks!

 

Hass-Graffiti auf der Rosa Lila Villa

In den frühen Morgenstunden des 27. September 2014 wurde die Rosa Lila Villa, das Lesben-, Schwulen- und Trans*haus in Wien, weit sichtbar mit einer Morddrohung beschmiert. Dabei wurde auf deutsch wie auf bosnisch-kroatisch-montenegrinisch-serbisch „Töte Schwule“ in roter Farbe an die Hausfassade gesprayt.

Derzeit ist es nicht geklärt, wer hinter dieser Attacke auf das Haus steht. Morgen, Sonntag, sollte aber die Pride Parade in Belgrad stattfinden, die schon mehrmals wegen gewalttätiger Übergriffe von Neonazis und Hooligans abgesagt werden musste. In der Community wurden zuletzt vermehrte Übergriffe von rechtsgerichteten Gruppierungen beobachtet. Beispielsweise kam es in der vergangenen Nacht zu sexistischen und lesbenfeindlichen Belästigungen durch Hooligans im Cafe Willendorf, dem Lokal in der Rosa Lila Villa. Ob diese in Verbindung mit der Beschmierung stehen ist unbekannt. In den letzten Tagen wurde auch das queere Lokal “Marea Alta” von „Identitären“ überfallen und es kam zu einem Handgemenge.

Übergriffe auf die Rosa Lila Villa – wie eingeschlagene Fensterscheiben, Farbbeutelattacken, Eierwürfe, etc. – sind leider kein Einzelfälle, wie immer werden wir uns dennoch nicht einschüchtern lassen und erklären uns solidarisch mit Belgrade Pride. Der Kampf gegen Lesben-, Schwulen- und Transfeindlichkeit ist ein globaler und unsere Solidarität kennt keine Grenzen.

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Hate-Graffiti on the Rosa Lila Villa

In the morning hours of September 27, 2014, a death threat was smeared on to the Rosa Lila Villa, Vienna’s lesbian, gay and trans*house. “Kill gays,” in German and Bosnian-Croatian-Montenegrin-Serbian, was sprayed in red paint on the house front.

At the moment, we don’t know who is behind this attack. However, tomorrow, Sunday, the Belgrade Pride Parade is supposed to take place, which has been cancelled in the past due to violent attacks by neo-Nazis and hooligans. Recently, there have been increased attacks on the community from right-wing groups. For example, last night, two hooligans harrassed patrons in the Café Willendorf, the bar in the Rosa Lila Villa, with sexist and lesbophobic comments. It is unclear if this incident has any connection to the graffiti. A few days ago, the queer bar “Marea Alta” was attacked by a group of “Identitäre” (a Europe-wide right-wing group) and a scuffle between the staff and two members of the group ensued.

Attacks on the Rosa Lila Villa – such as broken windows, paint bombs, eggings, etc. – are not isolated incidents, as usual, we will not be intimidated and declare our solidarity with Belgrade Pride. The fight against discrimination towards lesbians, gays and transgender people is global and our solidarity knows no borders.

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